posts: Gedichte 18. Jh.
Das Gedicht ist mit Goethes Zustimmung erstmals 1778 gedruckt worden. Es beginnt mit einem begeisterten Ausruf des lyrischen Ichs (V. 1-3) an einem Frühlingsmorgen – gerichtet an den Frühling, der als „Geliebter“ angesprochen wird. Angesprochen werden auch der...
Das Gedicht ist 1773 entstanden und 1774 gedruckt worden. Es ist eine volkstümliche Verserzählung im Knittelvers; Goethes Knittelvers ist ein Jambus, vierhebig paargemeimt, und wird ohne Strophenbildung gebraucht.
Der Erzähler ist ein Ich; er...
[Kleine Blumen, Kleine Blätter: früheste Fassung]
Kleine Blumen, Kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute iunge FrühlingsGötter
Tandlent auf ein luftig Band
5...
Erläuterungen für Schüler zu Vers
4 nach meinem Willen: es spricht der Zauberlehrling;
6 merkt ich: merkte ich mir;
6 Brauch: wie er das gewöhnlich gemacht hat;
9 walle: gehe (heute noch: „ Wallfahrt “ );
10 manche Strecke: (unbestimmt) Wege
...
Es werden verschiedene Phasen einer Seefahrt erzählt: das Warten auf den Wind, die Abreise, der Kampf mit den Wechselwinden, Widerstand gegen den Sturm. Erzähler ist zuerst der Seefahrer selbst als lyrisches Ich, danach ein allwissender neutraler Erzähler; der Wechsel vollzieht...
„Dewendren gieng nämlich einst unter der Gestalt eines schönen Jünglings aus, und suchte eine solche Tochter der Freude auf, um zu erfahren, ob sie ihm getreu seyn würde. Er versprach ihr ein hübsches Geschenk, und sie machte ihm die ganze Nacht herrliche...
Worauf muss man achten, wenn man den Aufbau formal erfassen will?
Pronomen Verbform Satzform
1. Str....
Friederike Sophie Christiane Brun
Ich denke dein (1795)
Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen
Der Frühling malt
Und wenn des Sommers mildgereifter Segen
In Ähren strahlt.
5 Ich...
In der Überschrift „Abendlied“ wird die Tageszeit des Geschehens als Abend und damit als Zeit der Ruhe bestimmt; „Lied“ muss (im Mittelhochdeutschen und auch später) nicht auf etwas hinweisen, was von einer Melodie getragen wird - ein Gedicht kann durchaus als...
Wahrscheinlich sind die beiden Gedichte 1795 entstanden; veröffentlicht wurde sie in Schillers Musenalmanach für 1796. Seitdem stehen sie immer zusammen auf einer Seite: als echte Gegenstücke; denn die „Glückliche Fahrt“ ist die Fahrt, die das Schiff nach der...
Das Gedicht aus dem Jahr 1771 gilt als Höhepunkt der Sesenheimer Lyrik, die ihren „Ursprung“ in Goethes Begegnung mit Friederike Brion hatte. Es gibt keinen Anlass, kein Ereignis, das den Ich-Sprecher bewegte: Er hält sich in der Natur auf und bricht in einen Gesang aus;...
Das 1774 erschienene, dann jedoch überarbeitete Gedicht wird heute normalerweise in der Fassung von 1789 gelesen. Seine Deutung ist in der Forschung umstritten. Wir fertigen zuerst eine Analyse an und kommen später auf die Deutung (Interpretation) zu sprechen.
Aufbau des...
Die Deutung dieses Gedichtes ist seit 20 Jahren umstritten und kann auch ruhig umstritten bleiben; hier werden nur ein paar analytische Bemerkungen vorgetragen, die einen ersten Zugang zum Gedicht eröffnen sollen. Es scheint besonders wichtig, sich der Sprechakte des wandernden lyrischen...
Wer ein bisschen von Goethe versteht, weiß, dass (der ältere) Goethe dieses Gedicht mit „Prometheus“, „Ganymed“ und „Das Göttliche“ stets zusammengestellt hat. Wir wissen das also und befassen uns mit dem Gedicht - und wer noch ein bisschen...
= Mir schlug das Herz ...
Die Textgestalt des Gedichtes ist nicht eindeutig, es gibt verschiedene Fassungen. - Was man beim Lesen bemerken, also bei der Analyse berücksichtigen sollte:
* die subjektlose Bewegung: Es schlug..., es war getan (V. 1 f.);
* das Tempus...
Text der fünften Elegie (Elegie V):
Froh empfind' ich mich nun auf klassischem Boden begeistert,
Lauter und reizender spricht Vorwelt und Mitwelt zu mir.
Ich befolge den Rat, durchblättre die...
Wer nie sein Brot mit Tränen aß
Wer sich der Einsamkeit ergibt
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn
Nur wer die Sehnsucht kennt
Diese vier Gedichte stammen aus dem Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, den Goethe zwischen 1794 und 1796...
Die Überschrift des 1783 entstandenen, dann 1785 ohne Goethes Wissen und zu dessen Verärgerung von Jacobi veröffentlichten Gedichts ist „Das Göttliche“, welches 10 Strophen zu 6 Versen umfasst. Was das Göttliche ist, wird in der 2. und der 9. Strophe...
In Goethes Ballade „Der Fischer” wird die Begegnung eines Fischers mit einer Nixe erzählt, welche den Mann zu sich in die Tiefe lockt. Es handelt sich weniger um eine Begegnung von Mann und Frau oder von Mensch und Natur als von den Repräsentanten zweier Bereiche, des...
Diese Geisterballade ist zugleich eine Ideenballade. Ein allwissender Erzähler (vgl. V. 126: Es schlägt kein Herz in ihrer Brust) deutet in einem kleinen Kommentar (V. 12-14) als Thema an, dass es Konflikte geben kann, wenn ein neuer Glaube sich ausbreitet, hier das Christentum...
Text von Goethe: Erlkönig
Johann Gottfried Herder
Erlkönigs Tochter
Dänisch
Herr Oluf reitet spät und weit,
Zu bieten auf seine Hochzeitleut';
...
Anfang Oktober 1779 hat Goethe auf seiner zweiten Schweizer Reise mit Herzog Carl August den 300 Meter hohen Wasserfall des Staubachs gesehen; das Gedicht lag einem Brief an Charlotte von Stein vom 14. Oktober bei, wo der Text noch auf die Stimmen zweier Geister verteilt war. Der erste Druck...
Warum gabst du uns die Tiefen Blicke
Unsre Zukunft ahnungsvoll zu schaun
Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke
Wähnend selig nimmer hinzutraun?
5 Warum gabst uns Schicksal die Gefühle
...
Ein Gleiches (späte Fassung)
Über allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest Du
5 Kaum einen Hauch;...
Wandrers Nachtlied
Der du von dem Himmel bist
Alle Freud und Schmerzen stillest,
Den der doppelt elend ist
Doppelt mit Erquickung füllest,
...
Dieses Gedicht „An Schwager Kronos“ (Text unten!) ist so genialisch wild in freien Rhythmen verfasst wie „Wanderers Sturmlied“, deshalb schwer zu verstehen, deshalb auch weniger in der Schule gelesen - zu Unrecht. Ich versuche eine Annäherung in mehreren...
Es wird von einem König im fernen Norden, auf der Insel Thule, erzählt. Der erste Satz klingt beinahe wie der Anfang eines Märchens: „Es war ein König in Thule ...“ Das Wichtigste, was von ihm gesagt werden kann, wird in einer Apposition (oder einem...
Man kann sich nicht mit Goethes „Heidenröslein“ befassen, ohne zu bedenken, dass dieses Gedicht in zwei Vertonungen vorliegt (Schubert und Heinrich Werner), dass es in Werners Vertonung ein Volkslied geworden ist (geblieben ist, sollte man sagen) und selbst in Japan vorgetragen...
15. Junius 1775, aufm Zürichersee
Ich saug' an meiner Nabelschnur
Nun Nahrung aus der Welt.
Und herrlich rings ist die Natur,
Die mich am Busen hält.
5 Die Welle wieget unsern Kahn
...
Die Struktur des Textes wird davon bestimmt, dass sich die Stimmung des sprechenden Ichs, der Sprachgestus und der unmittelbare Adressat ändern. Unter diesen Aspekten schlage ich vor, das Gedicht folgendermaßen gegliedert zu sehen: Zunächst spricht das Ich den Mond an, bezieht...
Im Netz findet man (unter: Titel +analyse):
http://www.lrz-muenchen.de/~komparatistik_donat/psmetrik/psmetrikprog.html (allgemein)
http://www.lrz-muenchen.de/~komparatistik_donat/psmetrik/mahomet.html (spez. Mahomets Gesang)
eine Schüler-Analyse oder ebenso hier
...
Zunächst spricht das lyrische Ich bei einem einsamen Gang ins Freie reflektierend zu sich selbst; seine Stimmung scheint der noch winterlichen Natur, durch die es geht (Melodie zu meinem Lied, V. 6), zu entsprechen. Doch finden sich in der Naturbeschreibung Spannungen, die das Andringen...
Der Untertitel des Gedichtes „Resignation“ ist „Eine Phantasie“ - und anderes kann die Vision eines Auftritts der Seele nach dem Tod vor dem Weltgericht nicht sein. Die setzt mit einem Bericht des Ichs ein (1. Str. = 1), in dem es klagt, dass es in seinem Leben statt...
„Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, ... Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt.“ Das ist die allgemein bekannte zweite Fassung von Schillers Gedicht, 1785.
Die erste Fassung , ebenfalls 1785, lautet so:
„Deine Zauber binden wieder, Was der Mode Schwert...
Kurz eine Idee zur "Zukunftsbedeutung" dieser Ballade für Schüler (ein Muss für jeden Stundenentwurf):
Wichtig ist es, dass man die Differenz in der Wahrnehmung von Vater und Sohn begreift:
Der Knabe hört, was Erlkönig spricht / aber der Vater...
http://www.wetzlar.de/barriere_frei.phtml?NavID=370.175&La=1 (Text) http://www.textlog.de/18834.html (Text), ebenso im Projekt Gutenberg usw. Korff : Goethe im Bildwandel seiner Lyrik, Bd. I, 1958, stellt das Gedicht zusammen mit neun weiteren unter die Überschrift „Genius“; Trunz...